Geboren anno 1417 ist aus den frühen Jahren des Niklaus von Flüe sehr wenig bekannt.
Als Sohn von Heini und Hemma bearbeitete er mit seinem Bruder Peter das väterliche
Gut im Melchtal (Zentralschweiz).
Seine Frau Dorothea Wiß von der Schwändi gebar ihm eine Anzahl Kinder.
Auch gibt es einige Urkunden, die darauf schließen lassen, daß er Richter oder unabhängiger
Bauer auf zehntfreiem Hof war.
Trotz seiner pazifistischen Ansichten leistete er seine Wehrpflichten, und seine
Stellung als Amtmann wird gedeutet, daß er das bäuerliche Anwesen vorbildlich führte.
Viel betend und oft fastend (ohne sich dessen zu rühmen) hatte er bereits in jungen Jahren
einige Visionen, die von seinem Beichtvater Pfarrer Heinrich am Grund aufgezeichnet wurden.
Nachdem seine Frau ihr Einverständnis gegeben hatte (und seine Söhne den Betrieb weiterführen konnten)
machte er sich am 16.10.1467 auf den Weg, dem übergroßen Gottesruf zu folgen.
In Basel kehrte er um und zog sich zurück ins Melchtal, bis ihm eine Vision den Standort
in der Ranft offenbarte (gar nicht weit von Flüeli entfernt).
Seit seinem Weggang hatte er keine Nahrung zu sich genommen, und nachdem sich die Gerüchte mehrten
wurde er einer kirchlichen Prüfung unterzogen.
Am 27.04.1469 wurde die Ranftkapelle geweiht, und ein Jahr später von 16 römischen Kardinälen
der ewige Ablaß verliehen.
Als man erkannte, daß das Heilige Sakrament in der Messe den Eremiten auch körperlich
erquickte, wurden sie dort häufig zelebriert.
Auch wenn der "Wunderfaster" nunmehr kein öffentliches Amt mehr bekleidete, so wurde er doch auch in
politischen Angelegenheiten oft zu Rate gezogen. Derart wurde durch diplomatische Vermittlungen
selbst ein Krieg verhindert.
Mystiker und Prophet, "Psychotherapeut" und "Seelsorger", stets um das Wohl anderer besorgt,
wortkarg, aber mit tiefem Wortsinn, vereinigte er in sich das, was man in anderen Kulturen einem
Schamanen zuschreibt, stets von Liebe geleitet und von weitreichendem Einfluß.
Nach Empfang von Blut und Leib Christi hauchte Klaus, gewohnheitsmäßig am bloßen Boden ausgestreckt,
unter großen Schmerzen am 21.03.1487 seine Seele aus.