Geschichtliches ist wenig von ihm bekannt.
Geboren zwischen 280 und 286 in Lykien trat er in das seiner Heimatstadt nahgelegene Kloster von Sion ein
und wurde um 300 zum Metropoliten von Myra geweiht.
Während der bald darauf einsetzenden Christenverfolgung wurde er um 310 gefangen genommen und gefoltert.
325 nahm er am 1. Konzil von Nicäa teil.
Er starb am 6. Dezember um 350 in Myra.
Der Kult um Nikolaus entwickelte sich etwa 200 Jahre später in Griechenland
und kam dann zunächst in die slawischen Länder. Er wurde einer der beliebtesten Volksheiligen mit vielen legendären Erzählungen,
die vor allem seine menschenfreundliche und hilfsbereite Art bezeugen.
Über die byzantinische Tradition wurde Nikolaus einer der am meisten verehrten Heiligen Russlands.
In Rom zog der Kult im 8. Jahrhundert ein, er verbreitete sich dann zunehmend auch in Mittel- und Südeuropa.
Um 980 entstand in Deutschland die ersten Nikolauskirche in Brauweiler.
Die 1087 von Piraten entwendeten Gebeine brachte man Ende des 11. Jahrhunderts nach Bari
und errichtete auf den Trümmern des byzantinischen Gouverneurspalastes die monumentale Basilika S. Nicola,
die Papst Urban II. 1098 weihte.
Nikolaus gilt als Helfer in fast allen Schwierigkeiten.
Die Volksfrömmigkeit hat seinen Gedenktag mit reichem Brauchtum liebevoll bedacht,
seit 1555 ist Nikolaus als Gabenbringer für Kinder belegt.
Am Vorabend des Nikolaustages beschenkt er, oft zusammen mit seinem Helfer, Knecht Ruprecht, die Kinder.
Er gilt als Patron von Russland, Lothringen, der Kinder, Schüler, Mädchen, Jungfrauen und alten Menschen,
der Ministranten, Feuerwehr, der Pilger und Reisenden, der Zigeuner, der Gefangenen,
der Apotheker, Richter, Rechtsanwälte und Notare, Kaufleute, Bäcker, Müller, Korn- und Samenhändler, Metzger, Bierbrauer,
Schnapsbrenner, Wirte, Weinhändler, Fassbinder, Parfümhersteller und - händler, Fährleute, Schiffer, Matrosen, Fischer,
Flößer, Brückenbauer, Bauern, Weber, Spitzen- und Tuchhändler, Steinmetze, Steinbrucharbeiter, Knopfmacher, Kerzenzieher;
er wird angerufen gegen Diebstahl, bei Seenot, für glückliche Heirat, Gefangenenbefreiung und Wiedererlangung gestohlener Gegenstände.
Ansatzpunkte für Brauchtum und seine zahlreichen Patronate finden sich in den Legenden.
Verbreitete Legenden über Nikolaus erzählen:
In einer verarmten Familie konnte er durch gezielte Geldgeschenke, die er heimlich durchs Fenster
und durch den Kamin in die darin aufgehängten Socken warf, verhindern, dass der Vater seine
drei Töchter zur Prostitution bewegen musste.
Der Bischofsstuhl von Myra sollte neu besetzt werden. Deshalb versammelten sich die Bischöfe und
Priester des Sprengels, und während des Gebets, das vor der Wahl von allen verrichtet wurde, gab Gott dem
ältesten Bischof in den Sinn, man solle den erwählen, der am Morgen zuerst in die Kirche kommen würde.
Allen gefiel dieser Rat.
Am frühen Morgen eilte Nikolaus, der von alledem nichts wußte, der Kirche zu, um sein Gebet mit dem der
Christen zu vereinigen, daß ihnen Gott einen frommen, gottseligen Hirten geben möchte. Nikolaus war also der
erste, der in die Kirche kam; er wurde mit allgemeiner Freude auf den bischöflichen Stuhl gesetzt, obwohl er sich öffentlich
als den Unwürdigsten zu einem so hohen Amt erklärte.
Drei zu Unrecht zum Tod Verurteilte konnte er retten, indem er im Traum dem Kaiser erschien und um ihre Befreiung bat;
in anderer Version rettete sie Nikolaus, indem er das Schwert des Henkers abwehrend ergriff.
Um ein in Seenot geratenes Schiff mit drei Pilgern, die von Ephesus ausfuhren und das für eine
christliche Kapelle bestimmte heilige Öl in den Diana-Tempel zurückzubringen sollten, zu retten,
begab er sich an Bord, stillte den Sturm und brachte das Schiff sicher in den Hafen.
Drei Jungen fielen auf der Suche nach Arbeit dem Metzger in die Hände, der sie in ein Pökelfass
steckte und zu Wurst verarbeiten wollte; sie waren schon zerteilt, als der Bischof davon erfuhr
und sie wieder zum Leben erweckte.