Welche Vollkommenheit der menschliche Verstand bis heute auch erreicht haben mag -
sich selbst kennt er immer noch nicht. Was ist der Ursprung dieser wunderbaren
Harmonie, durch die der menschliche Organismus lebt? Wodurch wird bewirkt, daß jede
Zelle, jedes Molekül, jedes Atom genau so funktioniert und nicht anders? Jede
Abweichung ist schon eine Fehlfunktion - eine ausgeklügelte Form der Organisation
also? Ja. Doch wo sind die Quellen des Verstandes, die das Leben dirigieren? Gehirn,
Neuronen, Nervenimpulse - das ist allgemein bekannt. Aber Harmonie bedeutet doch ein
Zusammenklingen, ein abgestimmtes Zusammenspiel der einzelnen Teile eines Ganzen.
Wodurch entsteht dieses Zusammenspiel, das den Begriff 'Verstand' hervorbringt, und
worin besteht das Geheimnis, das dieses Zusammenspiel in Gang setzt?
Hervorragende Wissenschaftler wie B.Katz, T.Bullok, Bernstein u.a. haben einen sehr
großen Beitrag geleistet zur Erforschung der Entstehung des Nervenimpulses. Man
stellte fest, daß ein schwacher elektrischer Impuls als angenommener Informationsträger
im Informationskanal, d.h. in der Nervenfaser, schon nach wenigen Millimetern
verloren geht. Man fand zu der Theorie, die von einer Integration des Impulses über
den zurückgelegten Weg ausging, d.h. man nahm an, daß das Potential, wenn es ein
bestimmtes Stück Weg in der Nervenfaser zurückgelegt hat, aufgrund der unterschiedlichen
Durchlässigkeit von Membranen im Informationskanal einen Relais-Mechanismus im
angrenzenden Teil erzeugt. Grob gesagt, die Potentiale übertragen angeblich durch
eine Kette die Information zu den Rezeptoren des Organismus oder von den Rezeptoren
zum Gehirn. Das ist die sog. 'Membrantheorie'.
Es ist jedoch wenig wahrscheinlich, daß bei der Sensibilität einiger Rezeptorsysteme
(z.B. Reaktionen auf Temperaturschwankungen von bis zu 0,001° oder mögliche
Impulsfrequenzerhöhungen von bis zu 1030 Hz bei bestimmten Temperaturveränderungen)
der im Verlauf des Weges integrierte Wert des Informationssignals bei nicht
auszuschließenden Veränderungen des den Weg umgebenden Umfeldes seine
Informationsgenauigkeit beibehält.
Szent-Györgyi, Jablonski und ihre Gesinnungsgenossen gingen von der Quantenphysik
aus in die Biologie heran und nahmen an, daß die Grundlage des bioenergetischen
Prozesses in einem Übergang bestimmter Moleküle in einen metastabilen Zustand mit
nachfolgendem Aussenden eines Lichtquants besteht. Dies geschieht durch Chemilumineszenz
unter regulierendem Einfluß von Wasser, der 'Matritze des Lebens'. Man kann sich leicht
vorstellen, daß bei einem hochsensiblen Prozess wie der Chemilumineszenz bei
unbeständigen Parametern die Möglichkeit eines Ausfalls eines Signals die Zuverlässigkeit
des ganzen Systems so in Frage stellen würde, daß dadurch ein vernünftiges Funktionieren
des Organismus ausgeschlossen würde. Also wieder eine Sackgasse?
Im Jahre 1980 wurde von den Autoren des vorliegenden Artikels eine ganz neue Theorie
erarbeitet, die begründet wurde in der Arbeit 'Grundlagen des energetischen Prozesses
des Denkens - Hypothese einer neuronalen Lasergenerierung'.
Die Thesen der neuen Theorie lauten wie folgt: Die Neuronen des Gehirns stellen energetische
Zentren der biologischen Erzeugung von gebündelten Laserphotonen durch erzwungene
Strahlung (induzierte Emission) in einem aktiven Medium dar: kohlensaures Stickstoffgas
mit Auslösung der Reaktion durch einen Impuls eines 'biologischen Quants', erzeugt
durch Spaltung eines Adenosintriphosphatsäure-Moleküls (ATP) in einem übererregten
aktiven Medium. Die Kanäle des Kerngewebes der Nervenzelle haben dabei einen Umfang
im Mikrometerbereich. Das Neutron erzeugt einen Laser! Darin besteht das verschlüsselte
doch allmächtige System, mit dessen Hilfe der Denkprozess ausgeführt und das
hochkomplizierte Orchester der Lebensfunktionen der Zellen des Organismus dirigiert
wird.
Kurze Veröffentlichungen zu dieser Theorie gab es in der Zeitung 'Trud' in Kamensk,
Rostower Gebiet am 15.11.80 unter der Überschrift 'Kreativität ist so natürlich wie
Atmen' und in dem Beitrag 'Der Laser in uns' in der Zeitschrift 'Isobretadel i
radioanalisator' Nr.5, 1985.
Doch kehren wir zum Neuron zurück. Betrachten wir die neue Theorie von allen Seiten.
Das Neuron ist eine faszinierende Zelle. Sie lebt ihr eines Leben und stirbt, sie
verjüngt sich nicht durch Teilung wie andere Zellen. Alle biochemischen, bioelektrischen
und anderen Eigenschaften des Neurons sind längst erforscht, doch offensichtlich
birgt es immer noch Geheimnisse in sich. Es stellte sich heraus, daß es wie eine
mikroskopische Sonne Lichtenergie aussendet.
Das Photon entsteht dadurch, daß ein Molekül des kohlensauren Gases in einem
übererregten aktiven Medium in einen metastabilen Zustand versetzt wird und zusätzliche
Schwingungsenergie vom Stickstoffmolekül im Moment der 'Entladung' des 'biologischen
Quants' erhält. Die Energie des Photons ist verschwindend gering, ganze 10-19 Joule.
Das Photon allein kann überhaupt nichts. Doch es wirkt auf das benachbarte Molekül
des kohlensauren Gases, wodurch sich die Anzahl der Photonen verdoppelt. Damit aber
der Photonenfluß genügend verstärkt wird, übernehmen Kaliumionen und die Innenwand
der Zytomembran, deren Moleküle hyperpolarisierbar sind, in der Zelle eine
Wächterfunktion. Sie blockieren für kurze Zeit den Zellausgang, worauf sich der
mehrfach von den Resonatoren reflektierte Photonenfluß um ein vielfaches verstärkt.
Es entsteht ein Laserbündel aus elektromagnetischen Strahlen. Die Zelle öffnet ihre
Blockade, und ein belebender Fluß von Strahlen ergießt sich in die 'Straßen des
Lebens' - in die Nervenkanäle, um in den Milliarden der verschiedensten Zellen, die
einen Organismus bilden, den Geist des Zusammenwirkens zu wecken. Dieser akt der
Lasergenerierung wurde mit Geräten in Form eines 'Aktionspotentials' gemessen,
dessen Parameter lange schon bekannt sind, dessen eigentliches Wesen jedoch noch
unerforscht ist. die Autoren erlauben sich zu behaupten, daß die bekannte kinetische
Kurve des entstehenden Potentials des Nervenimpulses eine Registrierung des Vorgangs
der Lasergenerierung darstellt (siehe Abb.1).
Der Generierungsvorgang im Neuron entwickelt sich zyklisch, der Zyklus in Phasen.
Phase 1: Zuführung des Komponentengemischs (Stickstoff, Helium, kohlensaures Gas u.a.)
bei Atmung der Zelle in die Zone des aktiven Kontakts. Überführung der Moleküle des
Gemisches in einen metastabilen Zustand. Das ist die Vorbereitungsphase für den aktiven
Prozess, sie ist charakteristisch für das Neuron im Zustand des Ruhepotentials.
Phase 2: Die ATP-Säure setzt durch Spaltung Energie frei, welche einen 'Entspannungszustand'
im aktiven Medium entstehen läßt. Das Medium generiert ein Quant.
Phase 3: Die Zahl der Photonen vermehrt sich durch des Überwiegen von Prozessen der
induzierten Emission lawinenartig - es entsteht ein biologischer Laser.
Phase 4: Die Phase der Wiederherstellung. die energetischen Charakteristika des
Prozesses verschwinden allmählich. Danach geht der Prozess in Phase 1 über, der
Zyklus wiederholt sich.
Eine Lasergenerierung mit Hilfe eines aktiven Mediums aus kohlensaurem Stickstoffgas
erzeugt elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge von 10,6 µm. Diese
induzierte Emission hat ein Höchstmaß an Kohärenz - ein völliges Übereinstimmen der
Parameter Phase und Amplitude. Die Strahlen werden zu den Rezeptoren in der Reizzone
geschickt, erhalten von den durch den Reizerreger veränderten Rezeptorenpotentialen
Information, d.h. sie werden moduliert, reflektiert und geben so ihre Information
an das Gehirnzentrum weiter. Hier werden auf dieselbe Weise Informationen über
Neuronengruppen der Hör- und Sehwahrnehmung u.a. eingeholt. Die Gedächtniszellen
werden befragt. Bei der Entscheidungsfindung helfen postsynaptische Neuronenpotentiale,
die in der Zelle im Zustand des Ruhepotentials in Phase 1 generiert werden. Die vom
Gehirnzentrum getroffene Entscheidung wird vom Strahl des nächsten Generierungszyklus
in Aktion gesetzt; dieser wird ebenfalls durch die Rezeptoren moduliert, und das
Gehirn korrigiert die Entscheidung. All das wiederholt sich ein um das andere mal das
ganze Leben lang. Eben deswegen kann sich das Neuron keine Verjüngung durch
Zellteilung erlauben, es kann nicht aus dem Zyklus ausscheren, es kann sich nicht
auch nur den kleinsten Ausfall leisten, denn es denkt - es steuert.
Die Menge der beteiligten Neuronen und ihre qualitative Zugehörigkeit (Gebiet der
Hör- oder Sehwahrnehmung u.ä.) gewährleistet en entsprechenden Handlungseffekt - die
qualitative und quantitative Antwort des Organismus auf den Reizerreger. Der Laserstrahl
(Aktionspotential) ist nur der Informationsträger, daher rührt die Inaktivität seines
Verhaltens, seine Beteiligung an der den Fachleuten bekannten rätselhaften
Alles-oder-nichts-Regel, d.h. die gleichzeitige Reizunempfindlichkeit. In jedem Neuron
oder jeder Gruppe von Neuronen erfolgt das Herstellen des Strahls mit einer ganz
feinen Phasenverschiebung der Welle durch zeitliche Verschiebung des Anfangs des
biologischen Lebenszyklus. Deshalb erkennt jedes Neuron 'seine' Information.
Neuronen sind keine Gedächtniszellen. Die Zellen des Gedächtnissen bestehen
vermutlich aus dem berühmten 'grauen Stoff' des Gehirns.
Die hervorragenden amerikanischen Neurophysiologen G.Edelman und V.Mountcastle stellten
die Theorie von einer Gruppenarbeit der Neuronen auf. Diese hervorragende Theorie
gibt ein Modell der Denkstruktur, doch, um es einmal bildlich auszudrücken, sie
entzündet den Funken darin nicht. Sie erklärt nicht die energetische Grundlage des
Denkprozesses. Die Grundlage des Denkprozesses erklärt die Theorie der neuronalen
Lasergenerierung. Sie eröffnet das Geheimnis der Polarisierung und Depolarisierung
der Neuronenmembran bei der Anregung des Aktionspotentials sowie den Sinn einer
verzögerten Änderung der Leitfähigkeit der Membran in Bezug auf das entsprechende
Potential, und ebenso zeigt sie den Grund dafür, daß die Phase des sich aufbauenden
Potentials von einer schnellen, 40-fachen Erhöhung der Leitfähigkeit der Membran
begleitet wird. Die schon fast zum ewigen Rätsel gewordene Frage, wie im Organismus
der Übergang von chemischer in elektrische und mechanische Energie geschieht, wird
hiermit gelöst. Erklärt wird hiermit auch die Notwendigkeit des Vorhandenseins von
kohlensaurem Gas in der Atemluft für den Ablauf des Denkprozesses.
Im Lichte der neuen Theorie ergibt sich eine vollkommen ungewöhnliche Sehweise für
eine Reihe von scheinbar bekannten Gesetzen des biologischen Zustands des
Organismus, z.B.:
- Die Theorie erlaubt die Behauptung, daß ein Gedanke praktisch über jede beliebige
Entfernung übertragen werden kann, zumal da die großartige Weisheit der Natur für die
Wellenlänge von 10,6 µm ein 'Durchsichtsfenster' in der Atmosphäre geschaffen hat.
Übrigens hat auch der Ozean sein 'Fenster'.
- Es wird angenommen, daß das Auge die direkte Abbildung des wahrgenommenen Bildes
sieht und nicht die umgekehrte, wie früher angenommen wurde, denn das vom Gehirn
erzeugte Photonenbündel entnimmt die Information im Bereich unterhalb der Brennweite
des räumlichen Gitters des Auges. Der Glaskörper des Auges erfüllt die Funktion eines
elektrooptischen Kristalls. In den Rezeptoren erfolgt eine nochmalige Verarbeitung der
Information und deren Codierung für die Übertragung ins Gehirnzentrum. Der Austritt
des Photonenbündels zum Ablesen der Information im Auge vollzieht sich offensichtlich
hauptsächlich durch die 'Stäbchenrezeptoren', daher auch deren Lichtunempfindlichkeit.
Für die Verarbeitung der Information und ihre Übertragung zur Nervenzelle sorgen die
lichtempfindlichen 'Kolbenrezeptoren'.
- Die Generierungstheorie läßt auch die Behauptung zu, daß das Auge im Verlauf eines
Traumes die Traumbilder tatsächlich sieht, denn es läuft dabei ein der Wahrnehmung
entgegengesetzter Prozess ab. Mit hochempfindlichen Geräten kann das Traumbild
festgehalten werden. Das Träumen selbst ist eine von der Psyche nicht steuerbare
Überprüfung der Einsatzbereitschaft des Generierungssystems, eine Entlastung der
überlasteten Neuronenketten. Als Ausnahme sind aber auch hellseherische Träume, und
ein Arbeiten des Unterbewußtseins während des Traumes denkbar. Das System kann die
in der Geschäftigkeit des Tages nicht fixierten Daten verarbeiten und eine Prognose
stellen.
- Akzeleration kann als Selbstbestrahlungsfunktion betrachtet werden. Sie ist eine
Form der übererregten Einwirkung des eigenen Nervensystems auf hormonale Prozesse.
Außerdem wächst der Mensch tatsächlich im Schlaf, denn am Tage wird der überwiegende
Teil der Quanten für Bewegungs- und Denkvorgänge gebraucht.
- Für die bekannte Feststellung, daß bei Verringerung des Anteils an kohlensaurem
Gas in der Atemluft die Blutversorgung des Gehirns bis hin zum Zustand der Bewußtlosigkeit
reduziert wird, gab es bis heute keine genaue Begründung. Die Generierungstheorie
lehrt uns, daß diese gegenseitige Abhängigkeit einen tiefen biologischen Sinn hat:
bei Verringerung des Kohlensäureanteils der Komponenten des aktiven Mediums für den
Generierungsprozess entsteht die Gefahr einer Überhitzung der Gehirnzellen durch
ATP-Säure, deren Zerlegungspotential nicht im vorhergesehenen Umfang genutzt wurde.
Die freie Energie wird zu Wärme, der Mensch bekommt Fieber, Wahnzustände, sieht
chaotische Bilder - manchmal können diese Zustände lebensgefährlich sein. Die
Verringerung der Blutversorgung des Gehirns erspart ihm diese Tragödie.
- Unter normalen, nicht extremen Bedingungen sieht der Mensch sein eigenes Licht
nicht, denn ein Schutzsystem verbietet dem Organismus, eigene Impulse wahrzunehmen.
Jedoch wenn ein Schlag in die Nähe des Augennerves trifft, sieht es Lichtfunken.
Nach einer Wiederbelebung sieht das Auge helle Bilder und Lichtblitze. Hervorgerufen
wird dies durch eine teilweise Verstopfung der Ausgangswege für die Strahlen und ein
Ausschalten des Verbots der Wahrnehmung von ei genen Impulsen . Es ist nicht ausgeschlossen,
daß im Moment des nahen Todes das Generierungssystem des Organismus, ausgelöst durch
ein globales Alarmsignal, einen übermächtigen Lichtblitz zur Rettung des Organismus
produziert. So w urde z.B. bei einigen Pflanzengeweben ein starkes Anwachsen des
Potentials im Moment des Absterbens beobachtet.
Die Theorie der neuronalen Lasergenerierung bringt Licht in solche Phänomene wie
Hypnose, außersinnliche Wahrnehmung u.ä.
Im Lichte der Theorie eröffnen sich neue Wege auf der Suche nach dem gemeinsamen
Ursprung des Menschen, der Natur, des Raumes und der Zeit.