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Grieselgard (Charles Medwin Dalwes)

Es war einmal ein Zwerg namens Grieselgard. Er lebte bei einer guten Hexe, welche Ludrilla hieß. Sie hatte ihm einst, vor fast hundert Jahren, sein Leben gerettet. Und als Dank trat Grieselgard in ihre Dienste.

Eines Tages bat Ludrilla den Zwerg: "Geh in den Wald und sammle Feuerholz, damit ich es in dem Kamin verbrennen kann und wir uns wärmen können."
Grieselgard nickte und ging los. Doch schon nach wenigen Schritten beschloss er, die Arbeit auf den kommenden Tag zu verschieben, damit er noch länger Ruhe haben konnte. So legte sich Grieselgard auf die Wiese und schlief ein.

Am nächsten Tag bat Ludrilla den Zwerg: "Geh in den Garten und pflücke Äpfel, damit ich einen Apfelkuchen backen kann."
Grieselgard nickte wieder und machte sich auf den Weg. Doch wieder beschloss Grieselgard die Arbeit zu verschieben und legte sich gemütlich auf die Wiese.

Am Tag darauf bat Ludrilla den Zwerg wieder: "Geh in den Stall und melke die Kühe, damit wir wieder frische Milch zu trinken haben."
Wieder nickte Grieselgard und ging davon. Doch auch diesmal verschob er seine Arbeit und begab sich auf die Wiese und schlummerte.

Als Grieselgard jedoch am Morgen wieder aufwachte, stand Ludrilla vor ihm: "Du hast meine Bitten bis heute nicht erfüllt. Ich werde dich nun damit bestrafen, dass ich dir zwei Tage gebe, in denen du hundert Holzstücke sammeln, hundert Äpfel pflücken und hundert Kühe melken wirst. Bewältigst du deine Strafe nicht, werde ich dich verstoßen!"
Schnell machte sich Grieselgard auf den Weg und erledigte alles zu Ludrillas Zufriedenheit.

Ludrilla verzieh ihm und Grieselgard erledigte seither alles so schnell er konnte. Und so lebten die beiden zufrieden bis an ihr Ende. Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.

© Charles Medwin Dalwes

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