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Frühling im Märchenwald (Christina Telker)

Wieder einmal neigte sich der Winter seinem Ende zu. Dieses mal wollte er sich aber noch gar nicht so recht verabschieden. Deshalb war auch Vater Hase unterwegs, um sich im Walde etwas genauer umzusehen. Da es schon spät ist, wagt sich Hoppel etwas weiter vor. Als er den Waldrand erreicht, sieht er einen großen weißen Mann stehen. Zuerst ist Hoppel etwas ängstlich, noch nie in seinem Leben ist er einem Schneemann begegnet. Da ruft aber auch schon ein frecher Spatz: "Nun mal keine Angst Hoppel, das ist doch nur ein Schneemann." "Ein Schneemann, was ist das?" wundert sich Hoppel. "Ich bin total aus Schnee und tue keinem etwas" antwortet da auch schon der Schneemann. "Ganz aus Schnee??" staunt Vater Hoppel, "oh weh! Da sieht es ja diesmal schlecht mit dem Osterfest aus." Fängt Hoppel an zu jammern. "Was ist Ostern? Erzähle mir davon!" bittet der Schneemann. Gerne lässt sich Hoppel auffordern und erzählt: "Zu Ostern werden von uns Osterhasen Eier bemalt und versteckt. Das ist eine sehr wichtige Aufgabe, da sich alle Kinder überall schon seit dem Weihnachtsfest auf Ostern freuen. Die Bäume haben die ersten Knospen, auf der Wiese wächst das erste Grün, und Frühlingsblumen erfreuen jedes Herz. Diese erste warme Zeit nach dem langen Winter lässt die Menschen aufatmen, und dann kommen wir und erfreuen sie mit den bunten Ostereiern." "Das muss sehr schön sein, schade, das ich es nie erleben kann." "Ja, da hast du recht, das ist schade, aber wenn Schnee liegt, können keine Blumen wachsen, wir haben keine Farben für unsere Eier und können keine Eier bemalen und verstecken." "Das ist allerdings schlimm" meint der Schneemann. Als Beide so traurig dastehen und überlegen, was man denn da machen könnte, beobachtete von weitem Wupps das Treiben. Jetzt näherte er sich den beiden. "Ich hätte da einen Vorschlag für euch beide." Hoppel und der Schneemann wandten sich verwundert zu Wupps, dessen Kommen sie gar nicht bemerkt hatten. "Hört mal zu, ich habe Euch einen Vorschlag zu machen. Bei uns im Zwergenland können wir euch beiden helfen. Für den Schneemann wüsste ich eine tiefe Höhle, dort wo wir immer nach Erz graben. Dort ist es sehr kalt, und du kannst nicht so einfach tauen. Du könntest also einmal Ostern miterleben. Und du, wandte er sich jetzt an Hoppel, für dich haben wir vom letzten Jahr noch Farbe. Damit kannst du in diesem Jahr die Ostereier bemalen, und Ostern braucht nicht auszufallen." "Du bist Spitze!!" jubelten die beiden. "Gleich machen wir uns auf den Weg" beschlossen sie. Wupps ging voraus und leuchtete den beiden den Weg. Noch eine ganze Weile stapften sie durch hohen Schnee, bis sie das Zwergenland erreichten. Wupps erzählte den anderen Zwergen von seinem Vorschlag, der einstimmig angenommen wurde. Alle waren begeistert, dass Ostern in diesem Jahr im Zwergenland vorbereitet werden sollte. Der Schneemann wachte am Eingang zum Zwergenland, denn noch brauchte er sich nicht in der Höhle zu verstecken. Die Zwerge halfen Hoppel beim Eier bemalen. Langsam lachte die Sonne etwas länger und etwas wärmer vom Himmel. Die Eier waren fertig bemalt, nun galt es nur, sie ins Osterhasenland zu bringen, damit sie am Ostermorgen von der Hasenfamilie versteckt werden konnten. Unser Schneemann hatte sich längst in die Zwergenhöhle zurück gezogen. Die ersten Schneeglöckchen streckten ihre Köpfchen durch die Erde. Draußen taute der Schnee fort, und die ersten Käfer kamen hervorgekrabbelt. Unsere Hasenfamilie war fleißig beim Verstecken der Eier. Wenn es auch noch etwas kalt war, so freuten sie sich doch sehr, dass Alles so gut gegangen war durch die Hilfe der Zwerge . Auch den Schneemann vergaßen die Hasen nicht und brachten ihm ein Körbchen mit Ostereiern in die Zwergenhöhle. Dort schlief er dann bis zum nächsten Winter.

Und die Kinder jubelten wie in jedem Jahr, auch wenn der Wind noch etwas kalt blies.

© Christina Telker

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