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Eine Elefantenfreundschaft (Franziska Penders)

In der Steppe Afrikas lebte einst eine große Herde Elefanten. Unter ihnen waren zwei kleine Elefanten, die sich angefreundet hatten. Sie spielten zusammen, heckten Streiche aus und gingen zusammen durch dick und dünn.

Einer war immer für den anderen da und ganz gleich, was sie auch angestellt hatten, keiner verriet den anderen. Es war eine wunderbare, einmalige Freundschaft, wie für die Ewigkeit gedacht.

So vergingen viele schöne, herrliche Jahre. Sie gründeten innerhalb der Herde jeder selbst eine Familie und alle zusammen verstanden sich wunderbar. Sie fanden reichlich Nahrung und das Lebern war einfach schön.

Doch eines Tages wurde ihre Ruhe durch laute, unbekannte Geräusche gestört. Elefantenjäger hatten ihre Herde aufgespürt und schossen auf sie, um ihre Stoßzähne zu bekommen. Angsterfüllt liefen sie in verschiedene Richtungen, nur weit weg von diesem schrecklichen Ort.

Als sie endlich zur Ruhe kamen, waren nur noch wenige von ihnen übrig. Sie sammelten sich, aber von den beiden Freunden war nur noch einer da.

Lange trottete die Herde auf der Suche nach den Verbliebenen durch die Wüste, bis sie an den Ort des Grauens zurückkamen. Dort fand der Elefant seinen Freund, er lag schwerverletzt auf dem Boden und hatte große Schmerzen. Mit seinem Rüssel berührte er ihn und wollte ihm helfen aufzustehen, aber es war zu spät, zu groß waren seine Verletzungen. Der Freund sah ihn noch einmal traurig an, dann schloß er seine Augen für immer.

Der Elefant konnten den Tod seines Freundes nicht verwinden. Er wurde immer trauriger und freudloser und er er vernachlässigte immer mehr seine Herde.


Eines Nachts hatte er einen Traum:

Er war auf der Suche nach Wasser für seine Herde, als er plötzlich vor einem großen See stand. Das Wasser in diesem See war himmelblau und kristallklar. Als er so fasziniert über das Wasser schaute, sah er auf der gegenüberliegenden Seite des Sees viele Elefanten im Wasser spielen.

Sie umhüllte ein wundervolles, helles, blaues Licht, so schön, wie er es noch nie gesehen hatte. Die Elefanten trompeteten in die Luft und bespritzten sich übermütig mit Wasser. Sie waren ausgelassen und fröhlich wie kleine Kinder. Ganz besonders einer von ihnen war ganz und gar aus dem Häuschen, er trompetete am lautesten und der Elefant glaubte seinen Augen nicht zu trauen, als er in ihm seinen Freund erkannte.

Es war außer sich vor Freude: sein Freund war ja gar nicht tot! Er lebte und es ging ihm gut, er konnte laufen, jubeln und sich des Lebens freuen, er hatte keine Schmerzen mehr und war so ausgelassen wie in seiner Jugendzeit.

Er trompetete ihren Ruf zu ihm herüber und er sah, wie der Freund seinen Rüssel hob und er hörte ihn fröhlich antworten:

"Es geht mit gut, es geht mir wunderbar! Hier ist es herrlich!"

Er trompetete noch einmal ganz laut und dann sah er, wie das Licht noch heller wurde und die Herde sich plötzlich in Luft auflöste. Er rieb sich die Augen, aber am anderen Ufer war alles leer. Wie aus ganz weiter Ferne hörte er noch den unendlich glücklichen Ruf seines Freundes. Dann stand er wieder alleine da.


Als er erwachte war er zuerst traurig, doch dann verstand er was sein Freund ihm sagen wollte.

"Ich bin nur am anderen Ufer"

Freudig lief er zu seiner Herde zurück und fühlte sich wieder fröhlich und frei. Seine Traurigkeit war wie weggeblasen. So lebte er bis an sein Ende (und ein Elefantenleben ist bekanntlich lang) in Freude und Zufriedenheit.

© Franziska Penders

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