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Die kleine Blume (Miriam Kraft)

Es war einmal eine kleine Blume. Sie lebte zusammen mit vielen anderen Blumen auf einer schönen Wiese. Doch sie war nicht zufrieden. Jeden Tag sah sie vor sich einen großen Wald. "Dort muss es herrlich sein.", dachte die kleine Blume. "Ich wünschte ich wäre dort." Als eines Tages ein Fee namens Tanisa vorbeikam, klagte ihr die kleine Blume ihren Kummer. "Wenn du willst kann ich dich schon von hier wegbringen.", meinte die Fee. "Aber überlege es dir gut." "Ach, was soll denn schon passieren.", dachte die kleine Blume. Noch am selben Tag grub Tanisa sie aus und trug sie in den Wald. "Sag, wo soll ich dich eingraben?", fragte die Fee. Die kleine Blume suchte sich ein Plätzchen versteckt zwischen Moos und Farn aus. Doch dort ging es ihr gar nicht gut. Die anderen Pflanzen nahmen ihr das Licht weg und kaum ein Tröpfchen erreichte durch das scheinbar undurchdringliche Blätterdach den Boden. Als die Tanisa nach einigen Tagen nach der kleinen Blume schaute, fand sie diese mit hengenden Köpfchen vor. "Ist es hier doch nicht so gut.", fragte sie. Als die kleine Blume schwach mit dem Köpchen nickte, fragte sie weiter: "Soll ich dich auf die Wiese zurück bringen?" "Nur das nicht", rief die kleine Blume. "Siehst du das Gebirge dort. Bring mich dort hin, ich bin sicher, dass dort der optimale Platz für mich ist." Die Fee musste nun die kleine Blume wieder ausgraben und zu dem Gebirge, das sie endeckt hatte, tragen. Dort musste sie sie in einem Felsspalt, in dem sich etwas Erde gesammelt hatte, wieder einsetzen. "Hier bekomme ich genug Sonne.", dachte die kleine Blume zufrieden. Ja, das stimmte wohl, aber dem bischen Erde in der Spalte hatte sie bald allen Nährstoff weggenommen. Die kleine Blume wurde immer schwächer und schwächer. Zum Glück kam die Fee bald wieder vorbei um nach ihr zu sehen. Sie grub die Blume aus und brachte sie zu einem See, den die kleine Blume vom Gebirge aus gesehen hatte. Dort grub sie sie zwischen den Schilfrohren ein. Dort gab es zwar herrlichen Boden, doch der war so mit Wasser durchtränkt, dass die kleine Blume bestimmt ertrunken wäre, hätte sie nicht im letzten Moment Tanisa wieder ausgegraben. Nun wollte die kleine Blume unbedingt zu der Wüste die sie am Horizont sah. Denn dort, meinte sie, würde sie bestimmt nicht ertrinken. So pflanzte die Fee sie eben in der Wüste ein. Ja, dort musste die kleine Blume bestimmt nicht ertrinken. Nun gab es aber wieder zu wenig Wasser. Und wieder rettete die Fee die kleine Blume im letzten Augenblick. Nach diesen Abenteuern war sie sich sicher, dass sie nur noch auf ihre alte Wiese wollte. Erleichtert, dass das ewige herumreisen endlich ein Ende hatte, brachte Tanisa die kleine Blume zurück. Die anderen Blumen freuten sich sehr, endlich ihre alte Freundin wieder zu sehen, und sie lauschten gespannt ihren Abenteuern.

© Miriam Kraft

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