. Es war einmal ein kleines süßes Mädchen, das lebte über den sieben Bergen bei ihrer Großmutter. Ihr Haus, das ganz aus Brot gebaut war, mit Kuchen bedeckt und dessen Fenster von hellem Zucker waren, stand in einem kleinen Wald. Die alte Großmutter erzählte ihrem Enkelkind gerne Geschichten, und als sie einmal beisammen saßen und sich den Himmel bei Nacht betrachteten, sagte die Alte: "Wenn ein Stern fällt, steigt eine Seele zu Gott empor!" - und zündete dabei ein Schwefelholz an. Das Schwefelholz verbreitete einen solchen Glanz, daß es heller war als am lichten Tag. "Ach Gott, wie ist das doch schön!" sagte das Mädchen. Im Wald hörte man die Nachtigall, welche so herrlich sang, daß den beiden die Tränen in die Augen traten, welche ihnen über die Wangen hernieder liefen. Da sang die Nachtigall noch schöner; das ging recht zu Herzen. Weil dem Mädchen die Melodie so gut gefiel dachte es bei sich: "Ich gehe nach Bremen und werde dort Stadtmusikant!" Als es nun losziehen wollte gab ihm die Großmutter eine Gans dessen Federn von reinem Gold waren mit auf den Weg. Das Mädchen lief nun durch den dunklen Wald und wie es an eine Waldecke kam, wo Fuchs und Has sich gute Nacht sagen, so sah es da ein kleines Haus, und vor dem Haus brannte ein Feuer, und um das Feuer sprang ein gar zu lächerliches Männchen, hüpfte auf einem Bein und sang:
Um sich einen Spaß zu erlauben flüsterte das Mädchen bei sich:
So lief das Männchen nach dem Hut und das Mädchen trat an die Feuerstelle heran um sich dort ein wenig umzusehen. Dort fand es eine seltsame Flasche und beschloss diese mitzunehmen. Als Bezahlung ließ es die goldene Gans da und machte sich weiter auf. Doch auf einmal vernahm das Mädchen eine Stimme, die in einem recht dumpfen Ton aus der Flasche rief: "Lass mich heraus, lass mich heraus!" Daraufhin nahm das Mädchen, das an nichts böses dachte, den Pfropfen von der Flasche ab. Alsbald stieg ein Geist heraus und fing an zu wachsen und wuchs so schnell, daß er in wenigen Augenblicken als ein entsetzlicher Kerl, so groß wie ein Baum, vor dem Mädchen stand. "Ich bin dein Diener", sprach er. "Was wünschest du?". Als das Mädchen kurz überlegte wünschte es sich eine goldene Kugel mit der es spielen konnte. Die Kugel war jedoch etwas zu groß zum Spielen und so kam es dazu, daß sich das Mädchen auf die Kugel setze. Plötzlich wurde aus der goldenen Kugel eine Kanonenkugel, die langsam in den Himmel stieg, und das Mädchen ritt auf ihr davon. Dies beobachtete ein Hase, der gerade mit einem Igel um die Wette lief. "Ich bin schon hier!" rief der Igel der bereits im Ziel stand, als der Hase gerade losgelaufen war. Der Hase aber meinte: "Das geht nicht mit rechten Dingen zu!", zückte eine Flöte aus der Tasche und spielte eine gar seltsame, betörende Melodie. Sogleich kamen aus Häusern und Kellern, aus Scheunen und Schuppen Mäuse und Ratten zu Hunderten und Tausenden und zogen in einer langen Reihe hinter dem Hasen her. So kamen sie an einem prächtigen Schoß vorbei, das ganz von einer riesigen Dornenhecke bewachsen war. Vor einem Turm des Schlosses stand ein armer Junge, der gar nichts mehr hatte und rief:
Und wie er da so stand, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel, und waren lauter blanke Taler. Da sammelte er sich die Taler und war reich für sein Lebtag. Nun entschied der Junge zu heiraten und nahm eine echte Prinzessin zur Frau, welche durch zwanzig Matratzen und zwanzig Eiderdaunendecken eine Erbse gespürt hatte. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.