Es war einmal ein armes Mädchen, das immer in den selben schmutzigen Kleidern rumlaufen musste. Sie hiess Nina und bloss weil sie nur einen Arm hatte, bevorzugten die Eltern ihre grosse Schwester Anika. Ihre Eltern waren sehr reich. Anika hatte sogar ein eigenes Pferd, das sie Ninas Meinung nach sehr vernachlässigte. Für Nina war dises Pferd schon immer etwas Besonderes. Es war für sie ein Zauberpferd, denn immer wenn sie sich heimlich in den Stall schlich, spürte sie ,dass das Pferd sie mag, und sie sich bei dem Pferd wohlfühlt. Dass sie je einmal auf dem Zauberpferd reiten darf, konnte sie sich nur träumen, denn ihre Eltern und Anika verboten ihr es. Immer wenn sie fragte, sagten die Eltern: "Jemand der so verkrüppelt aussieht wie du, hat es nicht verdient, einmal auf einem Pferd zu sitzen!"
Diese Worte trafen Nina immer sehr, und sie wünschte sich auch normal zu sein. Also schlich sie sich eines Nachts gegen den Willen ihrer Eltern aus dem Haus und ging zum Pferd. Mit aller Kraft zog sie sich auf den samten, weichen Pferderücken, der so weiss wie Schnee war. Ihr Herz raste, denn sie hatte Angst, dass der Hofhund anfing zu bellen, und ihre Eltern nachschauten, was los sei. Doch alles lief nach Plan, sie ritt los und ritt über die Wiesen. Zum ersten mal in ihrem Leben hatte sie so ein Glücksgefühl in ihr. Sie musste lachen, wusste aber nicht warum.
Doch plötzlich sah sie von weitem jemand, der auf sie zu lief. Es war ein Junge, ein sehr hübscher Junge. Doch der Junge fragte bloss ganz hochnäsig, ob sie ihn ein Stück mitnehmen könnte. Sie willigte ein, und sie ritten los. Auf dem Weg sprachen sie kein Wort miteinander. Doch als er wieder abstieg, war der Junge wie verzaubert. In den kommenden Nächten trafen sich die zwei immer wieder heimlich zusammen. Nina wurde immer mehr klar, dass sie das ganze dem wunderbaren Pferd zu verdanken hatte. Das verzauberte Pferd hatte aus dem komischen Jungen einen verzauberten Prinzen gemacht.
© Zoé Meier